Marmorspachtel


Marmorspachtel ist ein Imitat von echtem Marmor. Er besteht aus Sumpfkalk und Marmormehl.

Die Verwendung von Marmorspachtel oder auch Stuckmarmor genannt reicht bis ins römische Zeitalter zurück. Bei Ausgrabungen in Pompeii wurde Stuckmarmor an den Wänden wohlhabender Häuser und öffentlicher Gebäude wiedergefunden. Die Verwendung von Stuckmarmor erlebte ihre Renaissance in Italien ab dem 17. Jahrhundert wieder. Von dort wanderte es nach Norden, wo es vor allem ab dem barocken Zeitalter wieder stark verwendet wurde. Kirchen und Paläste wurden mit Stuckmarmor verziert, da es eine kostengünstige Alternative zu echtem Marmor war. Der zunehmende industrielle Abbau von Marmor und das wachsende Exportgeschäft aus Italien und Indien sowie die Entdeckung weiterer Marmorbrüche ließen die Preise für Marmor jedoch stark fallen und die Kunst des Stuckmarmors ist seit dem 20. Jahrhundert fast verloren gegangen. Heute ist die Herstellung und Restaurierung von Stuckmarmor bei weitem kostenintensiver als die Verwendung von echtem Marmor.

Es gilt als die höchste technische Vollkommenheit bei der Wandgestaltung, wenn die Oberfläche glänzend und zusätzlich strukturiert ist. Um diese Struktureffekte zu erreichen trage ich eingefärbtes Spachtelmaterial in mehreren Schichten auf, bis die typische und gewünschte Oberflächenstruktur erreicht ist. Durch gleichmäßiges Verdichten des Materials entsteht eine optische Wirkung, welche der von Marmor gleichkommt.

 

Fritz Lutum in Arbeit

Verdichten von Marmorspachtel